Jungfernfahrt

Nun war es soweit. Die erste Fahrt konnte beginnen. Die Gedanken kreisten ständig um die Themen „Was hat man vergessen?“ bzw. „Wo verstaue ich was im Womo?“

Ich war gespannt wie die erste Reise durch Ostdeutschland verlaufen wird. Die Sorge, daß unsere Hündin „Daisy“ Probleme macht, warunbegründet. Die erste, die im Womo saß, war sie. Bereits während dem Beladen wich sie nicht mehr von der Seite.

Tag 1: Die Reise verlief von Oberkirch über Nürnberg zuerst nach Wunsiedel. Dort übernachteten wir auf einem recht schlichten Stellplatz. Dafür war aber auch der Weg in den Ort recht kurz. Innerhalb von 5 Minuten Fußweg stand man bereits auf dem Marktplatz. Die erste Nacht in unserem WoMO !!!

Wir waren immer noch damit beschäftigt uns im WoMo zurecht zu finden.

Wie war das nochmal mit dem Tisch? Wie funktioniert das mit den „Fahrersitzen“?

Tag 2: Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf, um die Wanderausstellung „Kinderspielzeug“ von Plan International zu besuchen.

Für viele Familien in Asien, Afrika und Lateinamerika sind industriell erzeugte Spielwaren unerschwinglich. Dort bauen Kinder mit großem Geschick und Einfallsreichtum aus Natur- und Reststoffen ihr eigenes Spielzeug.

Nach dieser beeindruckenden Ausstellung fuhren wir zum Europas größten Felsenlabyrinth.

Übernachtet haben wir dann auf dem Campingplatz „Greifenbachstauweiher“ in Geyer.

Tag 3: Bevor wir in die romantische „Sächsische Schweiz“ fuhren, haben wir noch einen Abstecher nach Dresden unternommen. Neben der impossanten Frauenkirche, gibt es noch weitere, zahlreiche Gebäude, die sehenswert sind.

Auch ein kleiner Spaziergang direkt an der Elbe sollte dabei nicht fehlen.

Als Stellplatz haben wir unmittelbar an der Elbe einen Platz (ca. 10 bis Minuten vom Zentrum entfernt) gefunden.

Tag 4: Nach dem Frühstück und einem letzten Blick auf Dresden, ging es über die Landstraße in Richtung „Sächsische Schweiz“. Recht schnell wurde aus der hügeligen Landschaft eine riesige Bergwelt.

Wenn man sich schon in die Region begibt, sollte das liebliche Kirnitzschtal nicht vergessen werden. Dort machten auch wir Halt. Als Stellplatz suchten wir die „Ostrauer Mühle“ auf.

Warum dieses Tal auch das „Tal der Ahnungslosen“ genannt wird, wurde uns spätestens dann klar, als wir erfolglos versuchten zu telefonieren bzw. einen Fernsehsatelliten zu empfangen.

Tag 5: Inspiriert von der Bergwelt haben wir uns entschlossen heute 2 Touren zu unternehmen. Zuerst fuhren wir mit der Kirnitzschtalbahn direkt nach Bad Schandau. Nach einem kleinen Stadtrundgang und einem etwas „größerem“ Mittagessen sind wir auf dem „Flößersteig“ wieder zur Ostrauer Mühle zurück gewandert.

Auf Grund des herrlichen Wetters hatten wir noch nicht genug. Wir wanderten dann noch zu den Schrammsteinen. Diese sind ein richtiger Magnet nicht nur für Wanderer, sondern auch für Kletterer. Dieser Wanderweg gehört zu einem kleinen Teil zum berühmten Malerweg.

Tag 6: Bevor wir in Richtung Spreewald abdüsten, haben wir uns entschlossen verschiedenen Attraktionen einen Besuch abzustatten.

Zuerst fuhren wir zur Festung Königstein. Die Festung Königstein ist ein einzigartiger Zeuge europäischer Festungsbaukunst. Über 750 Jahre Geschichte haben diese Wehranlage zu einem eindrucksvollen Ensemble von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts werden lassen.

Bei der nächsten Attraktion schlägt das Herz jedes Modelleisenbahners höher. Ich selbst habe bestimmt schon einige große Anlagen gesehen. Dies war aber auch für mich etwas Besonderes. Hier fahren auf ca. 4.500 m Bahnlänge bis zu 30 Züge gleichzeitig.

Bevor wir nun die Sächsische Schweiz verließen, statteten wir der Bastei noch einen Besuch ab. Weltbekannt ist der Blick über das Elbtal. Allerdings ist eine gewisse Schwindelfreiheit hierzu Voraussetzung. Immerhin steht man in einer Höhe von 194 m über dem Elbspiegel. Ein Eldorado für jeden ambitionierten Kletterer.

Nun hieß es Abschied nehmen. Tschüß Sächsische Schweiz.

Die Fahrt ging nun weiter nach Lübbenau, wo wir auch nicht weit weg von dem Kahnhafen ein Stellplatz fanden.

Tag 7: Lübbenau selbst dürfte man getrost als Mekka des Spreewaldes bezeichnen. Mit über 300 km Länge sind Ausflugsfahrten jeglicher Art vorstellbar. Allerdings alles ohne Motor – nur mit Stake – oder wie auch immer diese Dinger heißen …..

Wir ließen es uns auch nicht nehmen an einer der vielen Ausflugstouren teilzunehmen. Angefangen von der Stille bis hin zu den vielfältigsten Fotomotiven ist alles vorhanden. Selbst das Bedienen von Wehranlagen, wenn auch nur Höhenunterschiede von 50 bis 70 cm zubewältigen sind, gehört dazu.

Wer Gurken liebt, sollte natürlich nicht vergessen die Spreewälder Gurken zu probieren. Auch wir haben einen kompletten Karton mitgenommen.

Tag 8: Eigentlich wollten wir noch nach Berlin. Allerdings wollten wir dies unserem Hund nicht antun. Deshalb haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, „nur“ durch Berlin zu fahren. Um dann weiter nach Waren (Mecklenburgische Seenplatte) zu kutschieren.

Wir erreichten Waren und waren uns dann zuerst nicht einig, welchen Stellplatz wir nehmen sollen. Nach kurzer Irrfahrt entschlossen wir uns den Stellplatz „Ecktannen“ anzufahren. Daß wir uns richtig entschieden haben, wurde uns spätestens auf dem Platz bei untergehender Sonne klar. Was will man mehr?

Stellplatz keine 50 m vom Ufer …..
Hundestrand gleich nebenan …..
Die sanitären Einrichtungen vom „feinsten“ …..
und ausgesprochen nette Campingnachbarn ……

Tag 9: Uli und ich lieben zwar auf unterschiedliche Art und Weise das Wasser (sie das Schwimmen – ich eher das Schippern). Aber wenn man schon an einem solch herrlichen See ist, dann gehört ein Bootsausflug dazu.

Als Besonderheit gibt es in Waren die Möglichkeit mit einem dampfbetriebenen Schiff zu fahren. Allerdings wird der Dampfantrieb erst auf der letzten, kurzen Strecke eingesetzt. Diese kleine „Verarschung“ wird aber damit wett gemacht, daß Interessierte sich den Antrieb während dem Betrieb unter Deck anschauen können. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen.

Tag 10: Bevor wir wieder die Mecklenburgischen Seenplatte verließen, entschlossen wir uns mit unserer Hündin noch eine kleinere Fahrradtour zu unternehmen. Das Kartenmaterial was wir hatten war leider nicht besonders gut. Somit konnten wir uns nur auf unsere Campingnachbarn verlassen, die uns von dieser Tour schwärmten.

Für unseren Hund war es eine richtige Herausforderung. Wir machten in kleinen Abständen immer mal wieder eine Pause, damit er sich ausruhen konnte. Die Zwangspausen nahmen wir für uns den Naturgenuß „pur“. Ob es die weite Spinnweben oder die Kolonnien der Komorane waren, es war einfach nur herrlich.

Am späten Nachmittag brachen wir dann nach Leipzig auf.

Tag 11: An unserem letzten Tag legten wir noch eine Stippvisite in Leipzig ein. Der Stellplatz war zwar unmittelbar am Zentrum, und deshlab recht laut.

Uli liebt Orgelmusik und hierzu noch Bach – also waren wir hier genau richtig. Nach einer ausführlichen Rundwanderung durch das Zentrum von Leipzig traten wir dann den Heimweg an.

Die Rückfahrt wurde anstregend. Deshalb legten wir bei Heilbronn noch einen Zwischenstopp zum Übernachten ein.

Tag 12: Wir sind wieder gut in Oberkirch angekommen.

Fazit: Unsere erste Tour – auch Jungfernfahrt genannt – war ein voller Erfolg. Das was wir uns von einem Wohnmobil erträumt hatten, wurde wahr. Nun können wir uns gelassen an die Planung weiterer größerer Touren für für die nächsten Jahre machen.